Pressemitteilung „2. Antifa-Camp in Hessen vom 14.-18. Juli 2010″

Das Bündnis antifaschistischer Gruppen Hessen (BASH) und
die Jugendantifa Frankfurt, veranstalteten auch in diesem Jahr wieder ein
antifaschistisches Sommercamp vom 14.-18. Juli 2010 in
Flörsbachtal-Lohrhaupten. Die 180 Teilnehmer_innen nutzten die Zeit, um
aus einer emanzipatorischen Perspektive verschiedene Themenfelder zu
beleuchten. In Workshops und Vorträgen setzten sie sich mit
Faschismustheorien, Kapitalismuskritik, Migration, Bildung,
Ideologietheorie,
Geschlechterfragen und aktuellen Entwicklungen in der hessischen
Neonazi-Szene auseinander.

Johnny Ponberg, Sprecher der
veranstaltenden Gruppen erläutert die Motivation der
Veranstalter_innen: „Wir denken, dass der gemeinsame Austausch über
gesellschaftliche Probleme wichtig ist, um Bewusstsein und Verantwortung
zu schaffen. Nationalismus, das hat die Deutschlandeuphorie dieses Jahr
wieder einmal bewiesen, Rassismus, Antisemitismus und Sexismus sind
keine Randerscheinungen, sondern Phänomene der sogenannten
gesellschaftlichen Mitte.
Die vielen Übergriffe in Hessen und die wachsenden Neonazistrukturen in
Ostdeutschland machen den konkreten Handlungsbedarf gegen diese
deutlich. Dass ein breiter gesellschaftlicher Widerstand gegen Neonazis
Erfolg haben kann, haben uns die Erfahrungen des 13. Februar in Dresden
gezeigt, bei dem mehr als 6.000 Neonazis erfolgreich darin gehindert
wurden, ihre menschenverachtenden Ansichten zur Schau zu tragen.“

Auch viele bisher noch nicht in antifaschistischen Gruppen organisierte
Menschen nahmen am Camp teil, das offen beworben wurde und nicht wie
fälschlicherweise im Anschluss an das letzte
Camp in der Presse behauptet wurde eine klandestine Veranstaltung war.

Soraya Quani, eine weitere Sprecherin ergänzt: „Wir wehren uns gegen eine
gleichmachende Extremismustheorie, die Linksradikale und Neonazis auf
eine Stufe stellt und halten dieser unseren Wunsch nach einer
lebenswerten Welt entgegen, die nach den Bedürfnissen aller Menschen
gemeinsam gestaltet wird. Faschismus hingegen bleibt ein Verbrechen.“

Die Veranstalter_innen bewerten das Camp als einen vollen Erfolg bei dem
linke Strukturen gestärkt wurden und kündigen an auch im nächsten Jahr
wieder ein Camp zu veranstalten.