Veranstaltungen auf dem ersten BASH-Camp

Bildungskritik -Schule
In unserem Vortrag wollen wir verschiedene Aspekte der Bildungspolitik bezogen auf Schulen kritisch beleuchten.Von G8 über Finanzpolitik und die Vorbereitung des Menschen auf die kapitalistische Verwertungslogik wollen wir so viele Punkte wie möglich einschließen und das allgemein verhasste Bildungssystem auf unsere ganz eigene Art analysieren. In einer abschliessenden Diskussion möchten wir gerne einen Diskurs erstellen, indem wir mit euch Alternativen aufstellen und uns auch eure Kritik an unseren Standpunkten gerne anhören.

Veranstaltung zur Ag-Wohlfahrt
Wer oder was ist die „AG Wohlfahrt“ – und hat die Arbeit dieser Ermittlungsgruppe denn wirklich etwas mit Wohlfahrt zu tun? Was zur Hölle haben Abschiebungen denn jetzt auch noch mit dem Kapitalismus am Hut? Weswegen ist die Kritik an Abschiebung aus bürgerlichen Kreisen einfach größtenteils völlig falsch und zu nichts zu gebrauchen? Wie lässt sich eine linksradikale Kritik an staatlichem Rassismus in vernünftige Praxis umsetzen? Kann es überhaupt progressive Praxis gegen
Abschiebungen in den bestehenden Verhältnissen geben?
Diesen und weiteren Fragen wollen wir mit euch auf den Grund gehen und im Rahmen dieses Vortrags diskutieren.

Das rassistische europäische Migrationsregime und Deutschlands besondere Rolle dabei
Europa versucht seit Jahren die so genannte Festung Europa aufzubauen, um möglichst keine Menschen mehr in europäische Länder zu lassen. Speziell für die Abschottung der Außengrenzen wurde Frontex gegründet. Dies führt zwar nicht dazu, dass keine Menschen diese Grenzen mehr überqueren, da sich die Migrant_innen immer neue Wege suchen (Autonomie der Migration), diese Wege werden allerdings immer lebensbedrohlicher. Ein Beispiel für diese sehr zugespitzte Situation ist die griechische Insel Lesbos, wo letzten Sommer ein NoBorderCamp stattgefunden hatte. Deutschland hat an dieser Dynamik maßgeblichen Anteil und forciert dieses Vorgehen massiv, damit auch ja niemand mehr nach Deutschland kommt. Zudem ist die Situation nicht nur an den europäischen Außengrenzen brutal, sondern auch in Deutschland selbst. Hier muss nur auf die Abschiebe- und Erstaufnahmelager verwiesen werden und die ganzen rassistischen Sondergesetze für Migrant_innen. Es gibt jedoch auch Widerstand und Kämpfe gegen diese Politik. Beispielsweise finden immer wieder Hungerstreiks in Lagern statt. Ein anderes Beispiel für Widerstand ist die Gruppe JOG (Jugendliche ohne Grenzen), eine Gruppe, in der sich betroffene junge Menschen zusammengetan haben, um gegen den herrschenden Rassismus vorzugehen. Ihren Fokus legen sie auf die Innenministerkonferenzen (IMK), wo über die entsprechenden Gesetze entschieden wird. Gleichzeitig wird dort auch über Themen wie Innere Sicherheit gesprochen, es werden also auch die Entscheidungen getroffen, welche Repressionen durch die Bullen betreffen. Dieses Jahr findet die IMK übrigens in Hamburg statt.
Der Vortrag soll einen Überblick über die kurz dargestellten Themen geben, mit einem Fokus auf die griechischen Außengrenzen und die Situation in Deutschland. Gleichzeitig soll mobilisiert werden für die Proteste gegen die IMK 2010 in Hamburg.

Ein Computersicherheits-workshop

Christlicher Fundamentalismus auf dem Vormarsch? Vortrag und Diskussion mit Jörg Kronauer
Seit Jahren gewinnt die Evangelikale Bewegung an Stärke. Alternative Kirchentage, fromme Massenmeetings, sich wissenschaftlich gebende Kongresse wie jüngst in Marburg – immer stärker sind die Evangelikalen in der Öffentlichkeit präsent und versuchen Einfluss auf die gesellschaftliche Entwicklung zu nehmen. Eines ihrer Hauptmerkmale: Ein fundamentalistisch inspiriertes Bibelverständnis, das zahlreiche Handlungsanweisungen aus der Heiligen Schrift des Christentums wörtlich übernimmt.
Das Ergebnis: Evangelikale werben für eine rückwärtsgewandte Sexualmoral, die einer Gleichstellung von Lesben und Schwulen ebenso entgegensteht wie der Gleichstellung von Mann und Frau; sie betreiben eine offensive Mission, die die Spannungen gegenüber anderen Religionen anheizt. Ihr weltweiter Vormarsch drängt in den Ländern des Südens kirchliche Kräfte, die sich gegen die Ausbeutung ihrer Staaten durch den reichen Norden zur Wehr setzen, konsequent zurück.
Der Vortrag bietet einen Überblick über die Entwicklung der Evangelikalen Bewegung in Deutschland, über ihre inhaltliche Orientierung, über politische Vorstöße einzelner
Organisationen und über ihre globale Dimension.

Workshop: Die Kritik von Überwachung und Sicherheit
Seit mehreren Jahren gehören Moblilisierungen unter dem Motto „Gegen Sicherheit und Überwachung“ zum Standartrepertoire der (radikalen) Linken. Thematisiert wird dort vor allem der Ausbau von staatlichen Überwachungsmaßnahmen und die damit verbundene autoritäre staatliche Entwicklung, die wiederum mit dem Abbau bürgerlicher Freiheitsrechte einhergeht.
In diesem Workshop wollen wir uns zuerst mit den dort eingenommenen inhaltlichen Standpunkten auseinandersetzen und deren inhaltlichen Grundlagen rekonstruieren. In einem zweiten Schritt soll dann erarbeitet werden, wie über die Kritik dieser Inhalte eine radikale Kritik an „Sicherheit“ formuliert werden kann.

Die Revolution organisieren?!
Über die Probleme, Möglichkeiten und Perspektiven bundesweiter Organisierung
Dass linksradikale Theorie und Praxis verbindliche Formen der Organisierung jenseits von persönlichen Bekanntschaften braucht, hat sich inzwischen als Einsicht durchgesetzt. Damit fangen die großen Fragen nach Bündnissen, politischer Strategie und dem Verhältnis von Theorie und Praxis allerdings erst an: Mit wem und wogegen soll sich organisiert werden? Wie können Strukturen die Klippen des kapitalistischen Alltags überstehen? Wie verhindert man, dass Organisierung zum Selbstzweck wird? Wie kann mit Repression umgegangen werden? Und was können und sollten – vor der Revolution – eigentlich die Ziele bundesweiter Organisierung sein?
/Offene Gesprächsrunde mit VertreterInnen von „Ums Ganze“ und „Interventionistische Linke“/

Praktisch werden – Antisexistisch Rollen spielen
Wir wollen in diesem Workshop die Ohnmacht oder Ohnmachtsgefühle, die oftmals in sexistischen Alltagssituationen auftreten, in einem Rollenspiel mit euch durchspielen.
Es soll um alltägliche Situationen gehen: Diese Situationen können zum Beispiel sexistische Sprüche auf einer Party sein oder Kommentare beim Spazieren durch die Stadt beinhalten, die zusammen simuliert und die darauf folgenden Reaktionen oder Nicht-Reaktionen „geprobt“ werden. So wollen wir einen möglichen Umgang und Ausweg aus solchen Situation finden. Dabei werden die Teilnehmenden nur in ihre eigene Rolle eingeweiht, gerade um den Überraschungsmoment mit zu simulieren. Im Anschluss daran wollen wir uns über das gespielt Erlebte austauschen, Reaktionen analysieren und unter Umständen eine weitere Runde spielen, die nun allen bekannt ist.
Im Vorfeld werden wir mit allen Teilnehmenden einige Grundlagen des Workshops festhalten, auf die sich alle verlassen können. Die Teilnehmendenzahl ist nicht auf die Rollen begrenzt, sondern es soll auch Möglichkeit geben als Beobachter_in teilzunehmen.

Antirepressions-Workshop der bunten Hilfe Marburg
Zur eigenen Sicherheit – Repression und Möglichkeiten des Widerstands

„Einen Staat, der mit der Erklärung, er wolle Straftaten verhindern, seine Bürger ständig überwacht, kann man als Polizeistaat bezeichnen.“ (Ernst Benda, CDU)

Die zunehmende Überwachung und Kontrolle, zum einen manifestiert in neuen Gesetzen und Formen der Überwachung (Onlinedurchsuchung, Videoüberwachung) und zum anderen das brutale Vorgehen der Polizei gegen Demonstrationen, machen deutlich, dass jede_r, der/die sich mit emanzipatorischer Politik und Praxis auseinandersetzt, mit der Gegenwehr durch den Staat zu rechnen hat. Eine komplette Überwachung aufgrund fadenscheiniger Terrorismusvorwürfe (§129a-Verfahren) sind nur die Spitze des Eisberges. Repression und die Durchsetzung des staatlichen Gewaltmonopols sind täglich und allgegenwärtig zu beobachten.
In einem Workshop zu Repression und möglichem Widerstand sollen die Wege und Mittel, die der Staat zur Überwachung „seiner“ Bürger_innen einsetzt, erläutert und auch ganz praktische Tipps zum Verhalten bei Demos, Aktionen, bei den Bullen oder bei Hausdurchsuchungen gegeben werden.